PORSCHE BOXSTER 986 DROSSELKAPPE

Erklärung zu den Umbauarbeiten:

Der hier beschriebene Umbau und die daraus resultierende Dokumentation stellt keine Bauanleitung oder Betriebsanweisung dar! Es ist mein Hobby, ich arbeite an meinem Fahrzeug und ich habe alle Arbeiten nach meinem Wissen und meiner Erfahrung ausgeführt. Für Fehler oder falsche Informationen auf dieser Seite kann ich keine Garantie erteilen oder haftbar gemacht werden.

Einbau der neuen Drosselklappe 76 mm:

Der Einbau der größeren Drosselklappe zieht auch wieder weitere Umänderungen mit sich. Benötigt wird, außer der größeren Drosselklappe, auch ein größeres Verteilerrohr ( Plenum ) für die Aufnahme der größeren Drosselklappe. Da dieses Verteilerrohr vom Durchmesser her, etwas grösser ist, passen die originalen Gummianschlüsse nicht mehr. Es werden andere Silikonverbinder notwendig. Am originalen Gummianschluss vom Verteilerrohr, auf der rechten Seite, befindet sich ein Unterdruckanschluss für das Unterdruckventil. Dieser Gummianschluss mit Unterdruckanschluss muss am Resonanzklappenrohr auf der rechten Seite, wieder eingebaut werden. An diesem wird dann das Unterdruckventil wieder montiert.

Wichtig zu wissen:

Vor dem Ausbau der Drosselklappe habe ich den Minus – Pol an der Batterie getrennt. Damit verliert das Motorsteuergerät die adaptiven Lernwerte. Ist die neue Drosselklappe eingebaut und angeschlossen, kann die Batterie auch wieder angeklemmt werden.

Verwendete Teile:
  • Porsche Verteilerrohr für die Drosselklappe 76mm: 997 110 416 03
  • Dichtung für die Drosselklappe: 997 110 319 00
  • Ölabscheiderschlauch: 996 107 146 00
  • Drosselklappe 76 mm Bosch: 0280 7504 74/997 605 115 01
  • Gummianschluss Verteilerrohr oder Resonanzklappenrohr mit Unterdruckanschluss: 996 110 685 01

Bevor ich die neue Drosselklappe einbauen kann, muss die originale Drosselklappe aus dem 986 ausgebaut werden.

Den Drosselklappenhalter komplett ausbauen, dieser wird beim Einbau der neuen Drosselklappe nicht mehr benötigt.

Anschließend den Ölabscheiderschlauch ausbauen. Der „alte und gebrauchte “ Ölabscheiderschlauch wird nicht wieder eingebaut. Dieser wird durch den Baugleichen, aber neuen, Ölabscheiderschlauch ersetzt.

Anschließend die Schellen an den Gummianschlüssen lösen und das Verteilerrohr ( Plenum ) mit der Drosselklappe ausbauen. Den Unterdruckschlauch mit dem schwarz/weißen Unterdruckventil ausbauen. Das schwarz/weiße Unterdruckventil wird später, beim Einbau der neuen Drosselklappe, am neuen Unterdruckanschluss vom Resonanzklappenrohr angeschlossen.

Die originale Drosselklappe samt Verteilerrohr ist ausgebaut……..

Die originale verbaute Drosselklappe ist mit dem Verteilerrohr ( Plenum ) komplett ausgebaut.

Das Resonanzklappenrohr ist auch ausgebaut. Dieses wird später auch wieder eingebaut. Am rechten Gummianschluss vom Resonanzklappenrohr wird der originale Gummianschluss mit Unterdruckanschluss vom Verteilerrohr der Drosselklappe eingebaut. An diesem wird dann das schwarz/weiße Unterdruckventil, welches vorher am Verteilerrohr der Drosselklappe angeschlossen war, angeschlossen.

Das Resonanzklappenrohr und das Verteilerrohr ( Plenum ) mit der originalen Drosselklappe sind komplett ausgebaut. Vor dem Einbau vom Resonanzklappenrohr und Verteilerrohr ( Plenum ) werden alle Teile sorgfältig gereinigt.

Da der original verbaute Gummianschluss vom Verteilerrohr ( Plenum ) mit dem Unterdruckanschluss ein wenig poröse war, habe ich mich entschlossen diesen zu erneuern.

Der Gummianschluss mit dem Unterdruckanschluss ist auf der rechten Seite am Ansaugverteiler, dort wo das Resonanzrohr angeschlossen wird, eingebaut. Bei der Gelegenheit können auch alle Unterdruckschläuche kontrolliert werden.

Hier erkennt man den Gummianschluss mit dem Unterdruckanschluss der bereits auf dem rechten Ansaugverteiler eingebaut ist. Es ist ein wenig eng unter dem Gummianschluss, der Einbau vom schwarz/ weißen Unterdruckventil ist trotzdem ohne Probleme möglich.

Der Resonanzklappenkörper ist eingebaut und ausgerichtet. Die Anschlüsse am Verteilerrohr der Drosselklappe habe ich, bis zur Montage der Drosselklappe und dem Verteilerrohr, mit Plastiktütchen verschlossen. Vorbeugung, damit kein Schmutz eindringen kann.

Die Reduzier – Silikonschläuche wurden mir von Dirk Römer bestellt und geliefert. Vielen Dank Dirk. Diese Reduzier – Silikonschläuche werden benötigt um das Verteilerrohr ( Plenum ) an die Ansaugverteiler links und rechts anzuschließen. Diese müssen jedoch noch auf ein bestimmtes Maß zurecht geschnitten werden. Die Reduzierungen haben die Abmessungen von 89-102 mm.

Die Reduzierungen sind 100mm lang. Benötigt werden aber nur 55-60mm. Das heißt man muss auf beiden Seiten der Reduzierungen +/- 20mm abschneiden. Die Kürzung der Reduzier – Silikonschläuche sollte beidseitig erfolgen damit die eigentliche Reduzierung mittig bleibt.

Damit ich absolut geradlinig schneiden kann, habe ich eine Befestigungsschelle, dort wo ich schneiden muss, an der Reduzierung angebracht. So kann ich mit einem Cutter entlang der Kante von der Schelle präzise abschneiden.

Die neue Drosselklappe von 76 mm wird mit einer neuen Dichtung am Verteilerrohr befestigt. Ich habe 4 neue Innensechskantschrauben, die 10mm kürzer sind als die Originalschrauben, für die Montage der Drosselklappe verwendet.

Die Drosselklappe ist mit den beiden Reduzier – Silikonschläuchen am Ansaugverteiler montiert. Festgezogen habe ich jedoch nur die beiden äußeren Befestigungsschellen. Das ermöglicht mir, das Verteilerrohr mit der Drosselklappe aufwärts und abwärts zu bewegen. Das Kabel an der Drosselklappe kann nun auch angeschlossen werden.

Die beiden inneren Befestigungsschellen werden, nachdem das Kabel an der Drosselklappe angeschlossen ist, nun auch definitiv angezogen. Die Drosselklappe ist so tief eingebaut dass das Drosselklappengehäuse auf dem Getriebe aufliegt. Das ist auch notwendig, da sonst das Anschlussrohr, welches zwischen dem LMM -Gehäuse und der Drosselklappe eingebaut wird, zu sehr an die Karosserie gedrückt wird. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Einbau vom Anschlussrohr zwischen Drosselklappe und LMM – Gehäuse:

Das fertig zugeschnittene Anschlussrohr welches zwischen dem LMM – Gehäuse und der Drosselklappe angeschlossen wird. Ob es so passt wird sich zeigen.

Das Anschlussrohr ist eingebaut. Die Länge passt nicht ganz und auch der Winkel vom gesamten Anschlussrohr zur Drosselklappe passt einfach nicht. Das Anschlussrohr ist, so wie es zusammen gebaut ist, einfach zu “ flach “ und liegt so zu eng und zu fest an der Karosserie an.

Der 90° Bogen, Anschluss an der Drosselklappe, passt nicht. Dieser ist etwas zu lang und muss an der Drosselklappe noch etwas gekürzt werden, damit der 90° Bogen nicht so eng an der Karosserie anliegt. Die mittige Lasche an der Karosserie wurde bereits etwas nach oben gebogen.

Auch nachdem der 90° Bogen am Drosselklappenanschluss etwas gekürzt wurde, liegt dieser immer noch zu eng an der Karosserie an. Der Winkel zwischen dem 90° Bogen und dem LMM – Gehäuse ist immer noch viel zu flach.

Ich kann das Anschlussrohr zwar komplett anschließen, weil aber der Winkel nicht stimmt, sitzt das kurze 80mm Aluminiumrohr nicht sauber im Silikonrohranschluss vom LMM – Gehäuse.

Trotz gebogener mittiger Lasche sitzt der 90° Bogen viel zu eng an der Karosserie und wird dort immer noch teilweise eingedrückt.

Ich habe alles wieder ausgebaut und suche nach einer anderen, besseren Lösung. Nach meiner Berechnung nach, müsste das Anschlussrohr am LMM – Gehäuse einen Winkel von 30° haben, damit dieses korrekt an der Drosselklappe angeschlossen werden kann. Es ist spät geworden und jetzt ist erst einmal Feierabend.

Ich habe mir heute Morgen noch einmal den Silikonverbinder am LMM – Gehäuse angesehen und festgestellt dass dieser bereits einen Winkel von +/- 15° am LMM – Gehäuse hat. Ich müsste diesen nur in der richtigen Position am LMM – Gehäuse einbauen. Eventuell könnte das passen. Also alles wieder zusammen bauen und prüfen ob der 90° Silikonbogen an der Drosselklappe angeschlossen werden kann. Es funktioniert, der Silikonbogen von 90° kann zwar an der Drosselklappe angeschlossen werden, aber das Ganze verkantet und steht zu sehr unter Spannung. Der Grund ist dass der Winkel von +/- 15° vom Silikonverbinder am LMM nicht ganz ausreicht. Ein Winkel von 30°, wie ich berechnet hatte, wäre ideal. Das Ganze ist so zwar bestimmt dicht, es sieht aber so wie es im Moment zusammen gebaut ist, nicht gut aus.

Aus dem Grund habe ich mir dieses Aluminiumrohr mit einem Durchmesser von 80mm und einem Winkel von 30° gekauft. Dieses muss nun auf die exakt benötigte Länge abgeschnitten werden. Des Weiteren habe ich mir einen Silikonreduzierer ( Gerade Ausführung ) von 89mm/ 80mm gekauft. Dieser wird am LMM – Gehäuse angeschlossen.

Das 30° Aluminiumrohr ist auf die exakte Länge abgeschnitten und der 90° Bogen, der an der Drosselklappe angeschlossen wird, ist bereits montiert. Es fehlt nun nur noch der Silikonreduzierer von 89mm/80 mm und ich kann das Ganze wieder einbauen.

Der Silikonreduzierer von 89mm / 80 mm ist angeliefert worden und kann nun auch eingebaut werden.

Der 90° Bogen mit dem gesamten Anschlussrohr bis zum LMM – Gehäuse ist angeschlossen. Es passt alles und ist auch komplett dicht. Für den Moment belasse ich es bei dieser Lösung bis der Motor komplett abgestimmt ist. Ich denke aber dass ich nach der Abstimmung des Motors noch verschiedene Umänderungen am Anschlussrohr vornehmen werde. So ganz zufrieden bin ich noch nicht.

Einbau vom Ölabscheider – Schlauch:

Der nächste Schritt ist der Einbau vom Ölabscheider – Schlauch. Dieser muss an den Fittingen etwas angepasst werden damit dieser wieder am Verteilerrohr ( Plenum ) und Ölabscheider einrasten kann. Ich hatte mir das Einbauen vom Ölabscheiderschlauch einfacher vorgestellt. Ich habe fast 2 Stunden damit verbracht die genaue Position der beiden Winkelfittinge heraus zu finden, damit diese perfekt am Stutzen vom Verteilerrohr und Ölabscheider einrasten.

Der Schlauch vom Ölabscheider ist komplett eingebaut und sitzt perfekt an den Anschlüssen vom Verteilerrohr ( Plenum ) und am Ölabscheider.

Hier an den Anschlüssen vom Wellrohr, an den Fittingen, kann man die Fittinge etwas drehen, damit diese am Anschluss vom Ölabscheider einrasten können.

Das gleiche Prozedere am Verteilerrohr ( Plenum ). Der Anschluss vom Unterdruckschlauch sitzt nun etwas tiefer.

Der originale Luftmassenmesser aus dem 986 ist am LMM – Gehäuse eingebaut.

Die neue 76 mm Drosselklappe ist komplett eingebaut und alle Anschlüsse sind fertiggestellt. Das Luftfiltergehäuse vom 987 mit einem K&N Luftfilter sind eingebaut. An sich kann nun, wenn alle anderen Arbeiten abgeschlossen sind, der erste Startversuch des Motors mit der größeren Drosselklappe erfolgen.

Ich habe den Ansaugschlauch noch einmal bearbeitet und versucht diesen zu optimieren. Den Anschluss vom 90° Bogen an der Drosselklappe habe ich noch einmal etwas gekürzt und den Anschlusswinkel vom Silikonbogen von 90° etwas geändert. Der 90° Silikon -Bogen sitzt nun etwas tiefer und wird nicht mehr durch die Lasche an der Karosserie eingedrückt. Der Silikonbogen von 90° berührt die hochgebogene Lasche, was man aber absolut vernachlässigen kann und auch nicht vermeidbar ist.

So wie es im Moment montiert ist, wird es auch bleiben. Es geht auf Grund der engen Platzverhältnisse nicht besser. Ich kann am 90° Bogen nichts mehr abschneiden weil sonst der 90° Winkel vom Silikonbogen nicht mehr stimmt. So wie es im Moment eingebaut ist, kann auch nichts scheuern. Der 90° Silikonbogen berührt zwar die Lasche, die ja etwas nach oben gebogen ist, aber dieser wird nicht mehr eingedrückt. Es gibt dort auch keine scharfe Kanten die den Silikonbogen beschädigen könnten.

Der ganze Umbau ist nun abgeschlossen. Der gesamte Motorraum ist gereinigt. Ich bin sehr gespannt ob man beim Fahren, den Unterschied, zwischen der originalen Drosselklappe und der größeren Drosselklappe, wirklich so spürt.

Das Projekt “ Drosselklappen – Umbau “ ist abgeschlossen.

Erster Start mit der neuen größeren Drosselklappe 76mm:

Ich habe mich natürlich gefragt und informiert, wie geht man für den ersten Start des Motors mit der neuen größeren Drosselklappe vor? Ich habe viele unterschiedliche Aussagen bekommen wie man vorgehen soll oder muss. Ich muss gestehen, nach so vielen Unterschiedlichen Meinungen und Tipps, war ich doch etwas verwirrt und unsicher. Schlussendlich habe ich den Tipp eines Experten aus unserer Facebook – Gruppe, der diesen Umbau schon 100 Mal gemacht hat, befolgt.

Ich bin wie folgt vorgegangen:

  • Zündung für mindestens 5 Minuten einschalten ohne den Motor zu starten!
  • Zündung ausschalten, Zündschlüssel abziehen und 1 Minute warten.
  • Anschließend Zündung einschalten und den Motor starten. In den ersten 10 – 15 Sekunden kann der Leerlauf etwas holprig und unrund sein.
  • Den Motor 5 – 10 Minuten laufen lassen bis sich eine stabile Leerlaufdrehzahl eingestellt hat.
  • Motor wieder ausschalten, 10 Sekunden warten und Motor wieder starten.

Der Motor sprang beim ersten Startversuch sofort an. Der Leerlauf war etwas holprig aber nach einigen Sekunden pendelte sich der Leerlauf ein und der Motor lief sehr ruhig. Die Drosselklappe lernt sich bei der Probefahrt, bei wechselnden Szenarien, zwar selbstständig an aber der Motor läuft so zu mager. Die Abstimmung des Motors ist bei diesem Umbau, dh. größeres Luftfiltergehäuse in Verbindung mit einer größeren Drosselklappe, zwingend notwendig.

Abstimmung des Motors mit der größeren Drosselklappe, größeres Luftfiltergehäuse aus dem Porsche Boxster 987 und der Techspeed – Auspuffanlage:

Der Motor wird bei Dynotech ist Wiesbaden abgestimmt. Die Jungs bei Dynotech machen tolle Arbeit und sind spezialisiert auf das Abstimmen von Motoren. Die Fahrt nach Wiesbaden, 175 km, war sehr entspannt und dennoch war ich ein wenig nervös. Es war die erste längere Ausfahrt nach dem Umbau. Ich habe bewusst auf höhere Drehzahlen verzichtet, weil ich wusste dass der Motor dann viel zu mager läuft.

Es geht los…….

Der Porsche Boxster 986 S ist abgestimmt. Ich habe das Gefühl dass ich ein komplettes neues Auto habe.

Das Resultat kann sich absolut sehen lassen. Der Umbau hat sich absolut gelohnt. Ich bin mehr als zufrieden.

Erste Eindrücke und ein Fazit nach dem Umbau:

Die Rückfahrt von Wiesbaden war eine einzige Freude. Ich habe nun ein komplett neues Fahrzeug! Der Motor dreht williger hoch. Es scheint wie wenn ein Stopfen entfernt wurde. Der Motor dreht selbst aus niedrigen Drehzahlen entfesselt los und der Leistungszuwachs ist deutlich zu spüren. Der Klang der Techspeed – Auspuffanlage ist bestialisch gut. Kein Dröhnen, einfach nur ein Sound der unfassbar gut klingt.

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